Posted by Yvonne Frasch on 6/3/2001, 11:00 pm Wir sind Eltern zweier Kinder, wobei eines davon seit Geburt an Spina bifida und Hydorcphalus leidet und dadurch vermutlich ihr Lebenlang an den Rollstuhl gebunden ist. Unsere kleine Tochter Selina ist jetzt Mittlerweile 10 Jahre alt, und auch wenn sie an ihrer Situation leidet, ein munteres und aufgewecktes Kind, das sich nichts sehnlicheres wünscht als in einer normalen Atmosphäre aufzuwachsen und nicht wie ein Mensch zweiter Klasse behandelt zu werden. Und genau dieser Zustand bereitet uns nun diese Schwierigkeiten. Wir, das heisst mein Mann und ich wollen, dass unsere Tochter sich nicht ausgeschlossen vorkommt, sondern eine aktive Rolle in ihrer Umwelt wahrnimmt. Wir wollen das Einfachste auf dieser Welt für unsere Kleine. Selina soll sich nicht ausgeschlossen vorkommen, sondern von Ihrer Umwelt so akzeptiert werden wie sie ist, ein ganz normales kleines Mädchen, eben ganz Normal! Auch mit Behinderung! Ein Schritt dazu war, dass wir versucht haben sie am Unterrichtsgeschehen auf einer normalen Regelschule zu integrieren. Leider sind in der heutigen Zeit nicht alle Mitmenschen gegenüber Benachteiligten (Behinderten) aufgeschlossen, und so mußten wir miterleben, wie unser Kind auf dieser Schule, unter ihren Lehrern bzw. Schulleiter gelitten hat: z.B. durfte Selina ihren Rollstuhl nicht mit in die Klasse nehmen, sondern mußte diesen vor der Tür stehen lassen! Aus diesen vielen Gründen heraus nahmen wir unsere Tochter auch auf Anraten v. Herrn Laue (Sozialarbeiter d. Stadt Karlsruhe) nach einem halben Jahr von der Schule. Schlimm genug, dass Selina nur die Grundschule besuchen durfte, weil wir einen Anwalt eingeschaltet haben und dieser Widerspruch eingelegt hat. Wir wissen wohl als Eltern am allerbesten, dass man mit dieser Behinderung anders umgehen muss als mit einem alltäglichen Heuschnupfen. Aber die Art und Weise wie unsere kleine Tochter behandelt wurde bzw. wie alleingelassen sie und auch wir wurden, ist wohl bezeichnend für unsere Gesellschaft. Wir möchten, mit diesem Brief weder über die Ungerechtigkeiten auf dieser Welt, noch im einzelnen Aufzählen, was unsere kleine Tochter erleben musste. Aber wir möchten von ganzem Herzen für unsere Tochter das sie in einer Umgebung aufwächst, in der sie sich wohl fühlt und das Gefühl bekommt ein vollwertiges Mitglied unserer Gesellschaft zu sein. Leider ist es so, dass wir unseren bisher vergeblichen Versuchen zum Trotz nun vom Schulamt die Aufforderung bekommen haben, unsere Tochter auf eine Behindertenschule in Langensteinbach einzuschulen. Wir sind völlig verzweifelt, weil wir glauben, dass diese Art Schule für unsere Tochter absolut nicht das Richtige sein wird. Wir wollen damit nicht den Anschein erwecken, dass diese Schule generell schlecht sei, aber wir denken, als Eltern, dass sich unser Kind dort nicht innerhalb ihrer Möglichkeiten entwickeln kann. Selina ist körperbehindert, Sie müssen sich das so vorstellen: sie kann soweit sie sich irgendwo festhalten kann gehen, für alles andere hat sie den Rollstuhl oder den Rollator. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir unsere Bedenken äußern. Was wir möchten, ist eine Aufnahme und Integration unseres Kindes in einer Regelschule. Nach unserem Wissen gibt es auch gewisse Integrationsmöglichkeiten, für behinderte Kinder, die allerdings auf unseren Fall deshalb nicht anwendbar sind, weil unter anderem als Voraussetzung eine Mindestklassengrösse von 4-5 Kindern vorgeschrieben ist. Bei Anfragen an diversen Schulen z.B. Anne-Frank-Schule in Busenbach, kann Selina in so eine Integrationsklasse nicht aufgenommen werden, wegen Mehraufwand (Rollstuhl).In der Gartenschule ist die Klasse mit 4 behinderten Kindern (Down Syndrom) vollbesetzt.. Uns lag zuerst eine Zusage der Schule in Busenbach vor, unsere Tochter hat sich schon sehr darauf gefreut endlich die Schule besuchen zu drüfen. Sie können sich vorstellen bei solchen Aussagen verliert man den Glauben an die Gesellschaft. Unsere Tochter kann nichts für Ihre Behinderung, aber die Gesellschaft kann etwas dafür, dass Selina minderwertig behandelt wird. Wir hoffen auf Ihre Unterstützung und warten auf Ihre Antwort, vielleicht fällt Ihnen noch was ein was wir unternehmen und an wen wir uns noch wenden können. Auch wenn es für Sie schwierig erscheint uns in dieser Sache zu unterstützen, möchten wir zum Schluss noch erwähnen, dass es sich hier nicht um irgendeinen Gegenstand handelt, sondern um das Leben eines Menschen. Wir verbleiben als noch immer hoffnungsvolle Eltern. Yvonne und Heiko Frasch
wir wenden uns mit diesem Schreiben an Sie, weil wir hoffen, daß Sie uns in einer schwierigen Angelegenheit weiterhelfen können.
Dadurch war sie in Ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt und mußte Aufgaben an der Tafel erledigen. Die Tafel konnte Sie natürlich nur durch krabbeln wie ein Kleinkind erreichen; dass Aufsehen bei den Mitschülern bewirkte und Selina selbst sich minderwertig vorkam.
Ob Ihre Malkiste von der Lehrerin auf die höchste Stelle ins Regal gestellt wurde und Selina diese dann nicht selbst holen konnte, oder unsere kleine Tochter sich in die Hosen machen musste, da so die Aussage der Lehrerin Ihr geht das zu lange mit dem Toilettengang, dafür ist keine Zeit" ist ja ganz klar, dass Selina länger zu der Toilette brauchte als andere Kinder, sie musste schließlich um an dieses Örtchen zu gelangen einige Stufen hoch krabbeln oder jemand hätte sie dorthin tragen müssen. Das sind nur zwei von vielen Beispielen die Selina und wir erlebt haben.
Unsere kleine ist nicht geistigbehindert. IN dieser Schule werden die Kinder zur Selbständigkeit erzogen, dass ist bei Selina überhaupt nicht nötig. Sie sollten Sie mal erleben, ein kleiner Wirbelwind ohne Gleichen!!!
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