Posted by Franz Josef Neffe on 5/4/2005, 1:25 pm, in reply to "Autismus"
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Ich bin B´sonderschullehrer und glaube auch nicht an Autismus, denn glauben kommt von galaubjan und das bedeutet für lieb halten oder das lat. Wort für glauben = credere bedeutet sogar sein Herz geben.
In den letzten Jahrzehnten haben die Ärzte und Therapeuten + Pädagogen bestimmte "Merkmale" für Autismus vom Papier herunter auswendig gelernt, und wenn Ihr Sohn gern und lang mit Würfeln spielt, sind die bereits überfordert, selbständig zu denken und zu prüfen und ihn NICHT als Autisten zu sehen. Da Sie die Fähigkeit, selbst zu denken und WAHRzunehmen noch besitzen, ergibt sich logischerweise ein - zusätzliches - Problem.
Sie befinden sich durchaus auf der richtigten Spur: Es geht nicht darum, einen Einser im Entdecken von Auffälligkeiten zu bekommen, sondern die Persönlichkeitsentwicklung und das Persönlichkeitswachstum Ihres Kindes zu begünstigen. Dafür sind so komische "Diagnosen" wie "Autismus" i.d.R. nicht hilfreich.
Es geht darum, seine POTENTIALE für Lebensbewältigung anzusprechen, herauszufordern, zu achten und ihnen Nahrung für eine gute und intensive Entwicklung zu geben. Da sind Sie dabei und Sie machen das richtig.
Davon daß Sie es richtig machen, werden die Fachleute aber noch nicht unbedingt zwnagsläufig gescheiter. Oft reagieren sie heftig problematisch, wenn man etwas über ihrem Nievau unternimmt. Wenn es Vergleiche gibt, wird ja ihr Niveau offensichtlich.
Ich möchte mit dieser Kritik keineswegs sagen, daß alle zu wenig sorgfältig mit den Problemen umgehen. Ich möchte nur auch bei denen, die es offensichtlich verkehrt machen, das Augenmerk auf deren GUTE Potentiale lenken, damit endlich auch die zum Zug kommen.
Ich habe meine ersten Erfagrungen mit dem "Autismus" Ende der 70er Jahre in der Z.Heilpäd. publiziert und Sie können Sie heute in der >neuen Ich-kann-Schule< nachlesen.
Früher hat man sehr erfolgreich Kinder besprochen wie man das noch aus den Märchen kennt. Emile Coué (1857-1926), der Vater der Autosuggestion, und seine Schüler berichten gute Erfolge durch sensible Schlafsuggestion.
Es geht nicht darum, irgendetwas zu finden, was man an Ihrem Sohn bekämpfen kann, und ihn zum Schlachtfeld zu machen. Es geht darum, seine noch nicht sichtbaren POTENTIALE für alles zu entdecken, liebevoll und bestimmt hervorzurufen und ihnen Nahrung für eine gute Entwicklung zu geben. Nähren Sie diese Entwicklung! Ich wünsche Ihnen alles Gute.
Franz Josef Neffe
--Previous Message--
: Bei meinem Sohn (18 Monate) wurde vor 2
: Monaten das erste Mal Autismus
: diagnostiziert. Seit dem waren wir bei
: verschiedenen Ärzten (Rat von unserem
: Kinderarzt) aber sie sind sich alle einig:
: Richards Verhalten weist autistische
: Merkmale auf. Gerade habe ich den Befund von
: der letzten Untersuchung erhalten und bin
: ganz schockiert!
: Ich weiß sehr wenig über diese Krankheit,
: aber ich weiß ganz genau: Mein Sohn ist
: nicht autistisch!
: Ja, er hat Schwierigkeiten Kontakt mit
: Gleichaltrigen herzustellen, er schreit,
: wenn ihn andere anfassen wollen und
: versteckt sich wenn ihn jemand anschaut,
: oder anspricht. Aber er hat ausgewählte
: Personen (meine Schwiegereltern, bester
: Freund von meinem verstorbenen Mann, seine
: Tante und ich) bei denen er sich "ganz
: normal" verhält. Er spricht noch nicht
: (mehrsprachige Erziehung), aber wiederholt
: Wörter.
: Aber er ist auch sehr sensibel. Schon als
: kleines Baby hat er meine Emotionen
: "kopiert". Ich kann nichts vor ihm
: verbergen, fühlt immer, wenn etwas nicht in
: Ordnung ist. Sowas tun doch autistische
: Kinder nicht!!
: Seine große Leidenschaft sind Würfeln.
: Einfache Holzwürfeln in verschiedenen
: Farben. Er beschäftigt sich stundenlang mit
: ihnen (wir haben mittlerweile eine Menge)
: und in dieser Zeit ist er nicht ansprechbar.
: Es gibt noch eine Menge Auffälligkeiten,
: aber nach meiner Meinung weißt keine von
: ihnen autistische Merkmale auf. Bitte helft
: mir, ich weiß nicht weiter! :-(((
: Dóra
:
:
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